Eine Mietzinsvorauszahlung wirkt sich beim Zinshauskauf auf Ertrag, Stichtag und Abrechnung aus. Sie darf weder als laufender Zahlungseingang noch als offene Forderung übersehen werden. Käufer und Verkäufer sollten festhalten, für welchen Zeitraum die Zahlung geleistet wurde und wer die wirtschaftliche Zuordnung übernimmt.
Mietzinsvorauszahlungen beim Zinshauskauf: Stichtag und Datenraum
Vorauszahlungen von Mietern müssen beim Zinshauskauf nachvollziehbar erfasst und dem richtigen Zeitraum zugeordnet werden.
Mag. Bernhard Brandauer, Rechtsanwalt
BRANDAUER Rechtsanwälte
Salzburger Kanzlei für Immobilien-, Liegenschafts- und Unternehmensrecht
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Vorauszahlung von laufendem Mietzins trennen
Die Mietzinsliste zeigt meist den laufenden Sollbetrag, aber nicht jede Vorauszahlung. Relevant sind Mietvertrag, Nachträge, Kontobelege, Korrespondenz und eine nachvollziehbare Abrechnung. Bei der Einordnung des Hauptmietzinses ist der Vertragsinhalt neben § 15 MRG und der konkreten Vereinbarung zu lesen.
Die Stichtagsabrechnung beim Zinshauskauf ist der passende Rahmen. Der neue Beitrag grenzt davon die besondere Frage ab, wie ein bereits bezahlter Zeitraum behandelt wird.
Belege und Mietvertrag gemeinsam prüfen
Eine Vorauszahlung kann mehrere Monate oder einen konkret vereinbarten Zeitraum betreffen. Ohne Beleg darf sie nicht automatisch als Guthaben des Verkäufers behandelt werden. Auch die Frage, ob eine Zahlung auf Mietzins, Betriebskosten oder eine andere Position entfällt, muss offen dokumentiert werden.
Im Datenraum sollten Vertrag, Zahlungsnachweis und Abrechnung mit derselben Einheit oder demselben Mietverhältnis verknüpft sein. So lässt sich vermeiden, dass der Käufer einen Ertrag doppelt ansetzt oder eine Verpflichtung übersieht.
Stichtag und Kaufpreis sauber zuordnen
Im Kaufvertrag braucht es eine Stichtagsregel, die Vorauszahlungen, offene Beträge und allfällige Rückabwicklungen erfasst. Eine pauschale Klausel zu „Mieten“ kann zu unklar sein, wenn einzelne Zahlungen zeitlich vor oder nach dem Übergang liegen.
Bei offenen Zuordnungen kommen Offenlegung, Nachlieferung, Garantie oder ein angemessener Einbehalt in Betracht. Der Kaufpreiseinbehalt ist dabei kein Automatismus, sondern muss zum konkreten Risiko passen.
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FAQ
Ist eine Mietzinsvorauszahlung automatisch ein zusätzlicher Ertrag?
Nein. Sie muss dem richtigen Zeitraum und der richtigen Forderung zugeordnet werden. Sonst kann die Ertragsrechnung den gleichen Betrag doppelt berücksichtigen.
Wer trägt eine Rückabwicklung nach dem Verkauf?
Das hängt von Vereinbarung, Zeitraum und Vertragsgestaltung ab. Der Kaufvertrag sollte die Zuordnung ausdrücklich regeln.
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